Bestseller Bücher – Die Roman-Highlights 2018

Bestseller Bücher 2018 – In diesem Beitrag will ich euch meine Roman-Highlights 2018 vorstellen. Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion und eure Anmerkungen!

Zahlreiche interessante Romane sind in diesem Herbst erschienen, eine kleine Auswahl davon möchte ich euch hier in einem ersten Teil vorstellen. Romane, die mich in besonderer Weise berührt und begeistert haben, die außergewöhnliche Geschichten erzählen und Protagonisten haben, die lange in Erinnerung bleiben.

Drei herausragende Romane machen den Anfang: Von Wolf Haas – »Junger Mann«,  Francesca Melandri  – »Alle außer mir« und Dina Nayeri – »Drei sind ein Dorf«.

 


Bestseller Bücher

Junger Mann, Wolf Haas

»Wenn man etwas sehr Schönes erlebt, passiert immer gleich etwas entsprechend Schreckliches. Damit alles im Gleichgewicht bleibt.« Wunderbar weise, urkomisch und zutiefst menschlich – der neue Roman von Wolf Haas.

Bestseller Bücher 2018 - Wolf Haas Junger Mann

Okay, ein Mädchenschwarm ist er nicht wirklich mit seinen 13 Jahren, dem Übergewicht und dem ausgeprägten Talent für peinliche Auftritte. Aber dieses Wahnsinnslächeln von der Elsa, schöner als alles auf der Welt, führt dazu, dass er sich um den Verstand verliebt. Und nun ist strengste Diät angesagt. Blöd bloß, dass da auch noch der Tscho ist. Der ist Lastwagenfahrer und, bedauerlicherweise, der Ehemann von Elsa. Ausgerechnet der Tscho, dieser coole Hund, überredet ihn zu einer Lkw-Tour nach Griechenland. Ganz geheuer ist ihm die ganze Sache nicht. Aber wie ablehnen, wenn schon die Frage nach dem Warum nach einer Betonwatschn klingt? Also brechen die beiden auf zu einem Roadtrip, der allen unter die Haut gehen wird. Ihm, dem Tscho und uns.

Wolf Haas wurde 1960 in Maria Alm im Steinernen Meer geboren. Nach seiner Promotion in  Linguistik war er zwei Jahre Unilektor in Swansea (Südwales). Zurück in Wien arbeitete er zunächst als Werbetexter bevor er freier Schriftsteller wurde. Bekannt wurde Haas mit seinen Brenner-Romanen, für die er mehrfach mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet wurde. Aber nicht nur Krimis beherrscht Wolf Haas. Mit »Das Wetter vor 15 Jahren« (2006) und »Verteidigung der Missionarsstellung« (2012) begeisterte er mit zwei außergewöhnlichen »klassischen« Romanen ganz ohne Ermittler und Mord. Wolf Haas lebt als freier Autor in Wien.

»Junger Mann« umfasst 240 Seiten und kostet € 22,-, erschienen ist er bei Hoffmann und Campe.
ISBN 978-3-455-00388-8

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Als nächstes meiner Bestseller Bücher möchte ich Dina Nayeris neuen Roman »Drei sind ein Dorf« vorstellen, ein zutiefst poetischer Roman der von Immigration, Familie und der Sehnsucht nach der Heimat handelt und viel autobiographische Erlebnisse der Autorin verarbeitet.

 

Drei sind ein Dorf, Diana Nayeri

Kann man seine alte Heimat hinter sich lassen und eine neue finden? In der Arbeit, in einer Ehe? Oder werden die lange verneinten Sehnsüchte nach dem Namen eines Dorfes und dem Duft seiner Gewürze ihren Weg in die Seele finden?

Dina Nayeri - Drei sind ein Dorf

Die achtjährige Nilou ist in den späten 1980er-Jahren mit dem jüngeren Bruder und der Mutter aus dem Iran geflüchtet. Lange hat sie geglaubt, dass ihr geliebter Vater in die USA nachkommen würde, doch der passionierte Zahnarzt und Verehrer altpersischer Lyrik ist opiumabhängig, er fürchtet die Folgen des Entzugs. Als Wissenschaftlerin erfolgreich, verheiratet mit einem französischen Juristen holen Nilou die Erinnerungen an ihre Kindheit und an die wenigen Treffen mit dem Vater wieder ein, als sie in Amsterdam Freundschaft mit iranischen Exilanten schließt und ihnen bei Behördengängen zu helfen versucht. Ein berührender, ehrlicher Roman, in dem die Autorin einen sehr genauen Blick auf das Leben im Exil wirft. »Schmerzlich und von höchster Relevanz.« (The New York Times)

Dina Nayeri wurde während der Islamischen Revolution im Iran geboren und emigrierte als Zehnjährige nach Oklahoma. In Harvard absolvierte sie ihren MBA und Master of Education, in Princeton ihren BA. Ihr Debütroman »Ein Teelöffel Land und Meer« wurde bereits in vierzehn Sprachen übersetzt. Nayeri lebte einige Zeit in den Niederlanden, aktuell lebt sie in London.

»Drei sind ein Dorf« umfasst 368 Seiten, kostet € 24,- und ist bei mareverlag erschienen.
ISBN 978-3-86648-286-9

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Mit Francesca Melandris »Alle, außer mir« geht die Liste meiner Bestseller Bücher weiter. Ein großartiger Roman, der lange nachwirkt.

 

Alle, außer mir, Francesca Melandri

Francesca Melandris großer zeitgeschichtlicher Roman fragt nach Identität und Verdrängung, nach Familie und Kolonialismus. Ein grandioses, hochaktuelles Drama, nominiert für den renommierten Literaturpreis Premio Strega.

Francesca Melandri - Alle, außer mir

Bis zu diesem Tag ist die vierzigjährige Lehrerin Ilaria sich sicher gewesen, ihren Vater und seine Vergangenheit genau zu kennen. Doch dann sitzt einjunger Afrikaner vor ihrer Wohnung in Rom und behauptet, mit ihr verwandt zu sein. Vom alten Vater, dessen Namen der junge Mann trägt, ist keine Auskunft zu erhalten. Verstört versucht Ilaria, die Hintergründe zu erkunden. Durch ihre Suche nach der Wahrheit entfaltet sich das Bild einer erstaunlichen Familiengeschichte über drei Generationen und zwei Kontinente. Mitreißend beleuchtet Melandri die italienische Gesellschaft und die gern verdrängte Kolonialgeschichte des Landes. Zehn Jahre hat sie dafür recherchiert, ihr illusionsloser Blick entlarvt das Gift des Kolonialismus und die Kontinuität menschenverachtender Denkmuster. 

Francesca Melandri wurde 1964 in Rom geboren. Die Autorin vieler Drehbücher erfolgreicher italienischer Filme, darunter das opulent ausgestattete Märchenepos »Fantaghiro« veröffentlichte 2010 ihren ersten Roman, »Eva schläft« über die Italianisierung Südtirols in den 1960er und 1970er-Jahren. 2012 folgte »Über Meereshöhe«, eine Geschichte, die in einem italienischen Hochsicherheitsgefängnis spielt und sich mit dem Thema verdrängter Gewalt beschäftigt. Von der italienischen Kritik wurde auch dieser Roman als Meisterwerk gefeiert. Melandri ist nicht die erste italienische Autorin, die in ihren Romanen vorwiegend politische Themen behandelt, aber sie macht es konsequent und auf hohem literarischen Niveau. Eine wichtige, eine mutige Stimme in Italien. Ein ganz klarer Kandidat auf meiner Liste der Bestseller Bücher!

»Alle, außer mir« umfasst 608 Seiten, kostet € 26,- und ist im Wagenbach Verlag erschienen.
ISBN 978-3-8031-3296-3

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Die folgenden drei Bestseller Bücher beeindrucken durch außergewöhnliche, sehr warmherzige Geschichten und Charaktere, mit denen man sofort mitfühlt und mitfiebert.

Ich beginne mit »Ein unvergänglicher Sommer«.

Mit diesem neuen Roman hat sich die chilenisch-amerikanische Schriftstellerin, die Schöpferin des legendären »Das Geisterhaus«, deren Werke weltweit mehr als 51 Millionen Mal verkauft wurden, wieder selbst übertroffen.

 

Ein unvergänglicher Sommer, Isabel Allende

Ein Schneesturm in Brooklyn ist schuld an dem Auffahrunfall. Eigentlich eine harmlose Episode, doch dann steht die Fahrerin des anderen Autos vor Richards Haustür – und mit ihr ein Problem.

Ein unvergänglicher Sommer

Evelyn ist ein Kindermädchen aus Guatemala und illegal im Land. Sie ist völlig aufgelöst, denn in ihrem Kofferraum liegt eine Leiche. Richard holt Lucia zu Hilfe, seine resolute chilenische Untermieterin. Sie beschließen, die Leiche in den nördlichen Wäldern verschwinden zu lassen. Noch ahnen sie nicht, wie diese Fahrt sie verändern wird und wie sehr ihre Leben durch die Schatten der Vergangenheit verbunden sind: Evelyns abenteuerliche Flucht aus Guatemala, die tragischen Ereignisse in Lucias Familie während der chilenischen Diktatur und die dramatischen Verluste in Richards Leben. Wie es diesen drei Menschen gelingt, mit Liebe und Achtung voreinander einen Neuanfang zu finden (und auch der Leiche ihre Würde zurückzugeben), ist meisterlich erzählt.

»Wenn ich nicht schreibe, muss ich sterben«, so formulierte es Isabel Allende einmal. Schreibend verarbeitet sie alle Wendungen in ihrem Leben. So die Flucht aus Chile, Mitte der 1970er-Jahre, nach dem Putsch Pinochets – der gestürzte Präsident Salvador Allende war ein Cousin ihres Vaters –, so den Tod ihrer Tochter Paula, die mit nur 28 Jahren an einer seltenen Stoffwechselkrankheit starb, und zuletzt die Trennung von ihrem Mann, dem amerikanisch Rechtsanwalt und Romancier Willi C. Gordon, mit dem sie 28 Jahren zusammen lebte. Sie sei durch einen »langen Winter« gegangen, sagte Allende dazu. All diese Erlebnisse verarbeitete sie zu grandiosen Romanen: »Das Geisterhaus« (1984) und  »Paula« (1994) machten sie zur bekanntesten Schriftstellerin Südamerikas.

Die jüngsten Erlebnisse, Trennung, zerbrochenes Glück, aber auch neue Liebe sind nun in dem wunderbaren Roman »Ein unvergänglicher Sommer« eingefangen. Wie so oft geht es bei Allende um die Themen Flucht, verlorene Heimat und die Suche nach Zugehörigkeit. Unbedingt lesenswert!

Isabel Allende, »Ein unvergänglicher Sommer« hat 348 Seiten, kostet € 24,- und ist bei Suhrkamp erschienen.
ISBN 978-3-518-42830-6

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Der nächste Roman auf meiner Liste der neuen Bestseller Bücher ist »Königskinder« von Alex Capus: Eine wunderschöne, nahezu märchenhafte Geschichte, die absolut herzerwärmend ist und glücklich macht.

 

Königskinder, Alex Capus

Welches Thema Alex Capus auch anfasst, es entpuppt sich verlässlich als Lesevergnügen! Seine Erzählkunst, sein leiser Humor und sein Wissen um das allzu Menschliche begeistern stets aufs Neue.

Alex Capus - Königskinder

Max und Tina geraten auf einem Alpenpass in einen Schneesturm und müssen die Nacht in ihrem Auto verbringen. Dort, in den Schweizer Bergen, hat sich zur Zeit der Französischen Revolution eine Geschichte ereignet, die Max Tina nun über die Nacht hinweg erzählt. Es ist die Geschichte von Jakob, dem Hirten, der die reiche Bauerstochter Marie heiraten will, aber von ihrem Vater davongejagt wird. Jakob verbringt lange Jahre im Kriegsdienst und wird eines Tages an den Hof Ludwigs XVI. gerufen. Marie aber hat er nicht vergessen. Sein Unglück rührt Elisabeth, die kleine Schwester des Königs. Und während bereits die Vorboten der Revolution toben, setzt Elisabeth alle Hebel in Bewegung, um die beiden zusammenzuführen. Ein hinreißendes Spiel zwischen den Jahrhunderten.

Eine zauberhafte Geschichte, der ich sofort gebannt folgte und die – ohne zu viel zu verraten – ein Happy End hat ohne dass es kitschig wird oder aufgesetzt wirkt. Einfach großartig!

Alex Capus wurde am 23. Juli 1961 in Mortagne-sur-Perche in Frankreich geboren. 1966 zog er mit seiner Mutter nach Olten in die Schweiz. An der Universität Basel schloss er ein Studium der Geschichte, Philosophie und Ethnologie ab und arbeitete von 1986 bis 1995 bei diversen Zeitungen als Journalist. Von 2009 bis 2012 war er Präsident der Sozialdemokratischen Partei Oltens. Alex Capus ist verheiratet und Vater von fünf Söhnen.

»Königskinder« hat 184 Seiten und kostet € 21,-, er ist erschienen im Hanser Verlag.
ISBN 978-3-446-26009-2

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Definitiv auch auf die Liste meiner neuen Bestseller Bücher 2018 gehört »Hippie« von Paolo Coelho. Ein weiterer Roman aus der Feder eines weltberühmten südamerikanischen Autors, der deutliche autobiografische Züge hat.

 

Hippie, Paulo Coelho

Mit »Hippie« entführt uns der brasilianische Romancier und Lyriker Paulo Coelho in eine Zeit, in der sich eine gegenkulturelle Jugendbewegung etablierte: die der Hippies, die von einer besseren Welt träumten. 

Paulo Coelho - Hippie

In seinem autobiografischen Roman erzählt Paulo Coelho von seiner Reise als junger Hippie von Amsterdam nach Kathmandu in den 1970er-Jahren. Wie viele seiner Generation begehrte der junge Jesuitenschüler auf der Suche nach einem selbstbestimmten Leben gegen seine Eltern und die Konsumgesellschaft auf. Der junge Paulo macht sich auf, um mit wallenden Haaren auf der Suche nach Freiheit dem Hippie-Trail in Richtung Sonnenaufgang zu folgen. In Amsterdam trifft er auf dem berühmten Dam-Platz viele rebellische Gesinnungsgenossen in bunten Kleidern, darunter auch die junge Karla. Sie überredet Paulo, mit ihr auf eine Reise mit dem »Magic Bus« nach Nepal zu gehen. Mit ihnen an Bord sind ihre Freunde Rahul, Ryan und Mirthe und die Musik, die damals die Welt aus den Angeln hob.

»Der letzte Hippie von Rang«, so bezeichnete ihn die FAZ einmal, »ein erzcooler Typ«:

Denn der Jesuitenschüler, der gegen die bürgerliche Welt  rebellierte, von den Eltern in die Psychiatrie gesteckt wurde, Songtexte für eine Esoterik-Rockband  schrieb und sich mit der brasilianischen Militärdiktatur anlegte, wurde zum erfolgreichsten brasilianischen Autor der Gegenwart mit 215 Millionen verkauften Büchern.

Paulo Coelho, »Hippie«: Der Roman hat 304 Seiten, kostet € 22,- und ist bei Diogenes erschienen.
ISBN 978-3-257-07049-1

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Die folgenden drei Bestseller Bücher sind von großartigen Autorinnen mit ihren aktuellen Neuerscheinungen: Karen Duve mit »Fräulein Nettes kurzer Sommer«, Elena Ferrante mit »Lästige Liebe« und Winnie M Li mit »Nein«.

Beginnen möchte ich mit der Hamburger Schriftstellerin Karen Duve, die mit »Fräulein Nettes kurzer Sommer« einen beeindruckenden biografischen Roman über Annette von Droste-Hülshoff vorlegt, der von der ersten Seite an fesselt und den ich (trotz seines beachtlichen Umfangs von 592 Seiten) gebannt und nahezu am Stück verschlungen habe. Es ist die Beschreibung einer rebellischen und zutiefst »modernen« Frau, die sich nicht in vorgefertigte Rollenbilder pressen lässt.

 

Fräulein Nettes kurzer Sommer, Karen Duve

Karen Duves großartiger Roman über die junge Dichterin Annette von Droste-Hülshoff erzählt von einer jungen Frau, die sich nicht anpassen will, einer alten Ordnung, die zerfällt, und einer Liebe mit katastrophalen Folgen.

Einem »Ja« aller anderen setzt sie störrisch ihr »Nein« entgegen. Statt brav mit ihren Tanten und Cousinen vor dem Kamin zu sticken, macht sich das schwarze Schaf der Familie lieber mit einem Hammer bewaffnet auf die Suche nach Mineralien. Am meisten aber eckt sie mit ihrer scharfen Zunge an. Von dieser bleiben selbst die Künstlerfreunde ihres Onkels August nicht verschont, wenn sie über Kunst und Politik diskutieren. Doch nicht alle halten Fräulein Nette für eine Nervensäge: Der Poet Heinrich Straube fühlt sich heftig zu ihr hingezogen. Doch er steht nicht als Einziger in der Gunst der jungen Dichterin … In ihrem brillanten Roman erzählt Karen Duve fast schmerzhaft realistisch und mit trockenem Humor von der Liebes- und Lebenskatastrophe der Annette von Droste-Hülshoff.

Mit großartigem Witz schildert Duve das Leben der vielseitig begabten Droste-Hülshoff. Kern des Romans sind dabei die nie vollständig geklärten Ereignisse im Sommer des Jahres 1820, der dem Roman seinen Namen gab. Zwei Männer buhlen um die Gunst des 23-jährigen Freifräuleins, am Ende der Sommerromanze ist Annette diskreditiert, sie verliert ihre Kühnheit und ihr Selbstbewusstsein als Dichterin und bleibt trotz ihres rebellischen Geistes ein katholisches Fräulein bis zum Tode.

Karen Duve wurde am 16. November 1961 in Hamburg geboren. Nach dem Abitur begann sie auf Wunsch ihrer Eltern eine Ausbildung zur Steuerinspektorin, die sie ohne Abschluss 1983 beendete. Danach arbeitete sie in den unterschiedlichsten Aushilfstätigkeiten und war 13 Jahre Taxifahrerin in Hamburg, ehe sie literarisch für Furore sorgte.

Karen Duve, »Fräulein Nettes kurzer Sommer« hat 592 Seiten, kostet € 25,- und ist im Galiani Verlag erschienen.
ISBN 978-3-86971-138-6

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Der nächste Tipp für die neuen Bestseller Bücher 2018 ist »Lästige Liebe« von Elena Ferrante.

Unter diesem Pseudonym gelang der Romanautorin mit ihrer »Neapolitanischen Saga«, die aus den Romanen »Meine geniale Freundin«, »Die Geschichte eines neuen Namens« und »Die Geschichte der getrennten Wege« besteht, der internationale Durchbruch. Sowohl in der Literaturkritik wie in der Öffentlichkeit löse sie Begeisterungsstürme aus – die Times zählte sie 2016 zu den 100 einflussreichsten Personen weltweit.

 

Lästige Liebe, Elena Ferrante

Der Debütroman der Erfolgsautorin Elena Ferrante: Auch diese Geschichte spielt in Neapel, diesmal aber ist es eine Mutter-Tochter-Geschichte, und zwar eine, wie man sie unverblümter selten gelesen hat.

Delia wartet in Rom auf den Besuch ihrer Mutter Amalia. Dreimal schon hat sie angerufen und klang völlig verstört. Aber sie kommt nicht. Wenig später wird ihre halb nackte Leiche aufgefunden. Zur Beerdigung reist Delia nach Neapel, in die Stadt, die sie hasst, die voll von Erinnerungen ist, die sie lang unterdrückt hat. Um herauszufinden, warum ihre Mutter gestorben ist, muss sie bleiben und ihre eigenen Nachforschungen anstellen. Nach und nach kommt ein sorgsam gehütetes Geheimnis ihrer Kindheit zutage, das bestürzender nicht sein könnte und alle Gewissheiten auf den Kopf stellt. Der fesselnde Roman einer Mutter-Tochter-Beziehung, die geprägt ist von Liebe und Hass und dem unlösbaren Knoten aus Lügen, Eifersucht und Gewalt.

Der Erstling von Elena Ferrante erscheint nach ihrer so überaus erfolgreichen Trilogie und fesselt von Beginn an. Die 45-jährige Delia kehrt aus Rom nach Neapel zurück um ihre Mutter zu beerdigen – und die Stadt wird mit allen Sinnen erlebbar: Es fault, stinkt, brodelt, trieft. Der eindrücklichen Darstellung des Molochs konnte ich mich von der ersten Seite an nicht entziehen! Neapel ist ein überdimensionaler, alles erfassender Schlund, alles wabert unter der Oberfläche.

In dieser grandiosen Atmosphäre entfaltet sich eine fesselnde Entwicklungsgeschichte, die sich auf den weiblichen Körper konzentriert. Die Psychodynamik und grandiose Abrechnung mit Männlichkeitsgebahren, Machismo und Gewalt überwältigen.

Große Literatur!

Elena Ferrante, »Lästige Liebe«: Der Roman hat 206 Seiten, kostet € 22,- und ist im Suhrkamp Verlag erschienen.
ISBN 978-3-518-42828-3

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Auch der folgende Buchtipp meiner Bestseller Bücher 2018 handelt von männlicher Gewalt und zerstörender Allmachtsphantasie: »Nein« von Winnie M Li.

Mit 15 wurde die taiwanisch stämmige US-Amerikanerin Winnie M Li vergewaltigt. Dieses traumatische Ereignis schildert die heute 39-jährige Autorin, Harvard-Absolventin und  erfolgreiche Filmproduzentin, in ihrem erschütternd eindringlichen Roman – und erzählt davon in Opfer- und Täterperspektive.

 

Nein, Winnie M Li

Eine Frau sagt Nein. Sie wird wie viele andere nicht gehört. Doch sie gibt nicht auf. »Ein außergewöhnliches, schonungsloses Buch über eine einzige Begegnung, die das Leben komplett aus den Angeln hebt.« (Publishers Weekly)

Vivian hat es geschafft: Sie hat ihr Studium mit Bravour beendet, in London wartet der erste Job. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten in der Natur. Als sich ihr Weg an einem sonnigen Nachmittag im Frühling mit dem eines jungen Mannes kreuzt, denkt sie sich nichts. Doch der Mann, fast noch ein Junge, bedrängt sie. Vivians ausdrückliches »Nein!« wird nichts nützen, die schicksalhafte Begegnung endet in einer Vergewaltigung. Es ist ihre eigene Geschichte, die Winnie M Li hier erzählt, aber die Autorin bricht nicht nur das Schweigen, sie geht noch einen Schritt weiter: Zuerst erzählt das Opfer. Dann der Täter. Li mutet Leserinnen und Lesern den direkten Blick zu und nutzt die Chance, das Denken vieler Menschen zu verändern. »Ein aufwühlender Pageturner.« (Kirkus Reviews)

In einem Interview beantwortete Winnie M Li die Frage, weshalb sie auch die Perspektive des Täters schildern wollte, folgendermaßen:

»Die Tat hat mein ganzes Leben verändert: Ich litt jahrelang unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung und Platzangst, musste mich übergeben, wann immer ich einen Jungen gesehen habe, der dem Täter auch nur leicht ähnelte. Ich konnte nicht mehr arbeiten und habe meine Karriere verloren. Erst vor einigen Jahren gelang es mir, wieder Fuß zu fassen.

Ich wollte deshalb die Gedanken eines jungen Vergewaltigers erforschen. Herausfinden, was jemanden dazu bringt, derart gewalttätig mit anderen umzugehen. Vergewaltigungen passieren ja nicht einfach so. Jemand entscheidet sich, diese Tat zu begehen. Die Gründe dafür wollte ich soweit wie möglich verstehen – und dann zeigen, dass solche Menschen nicht als Vergewaltiger geboren werden. Ich wollte dem Täter einen Funken Menschlichkeit geben.«

(Süddeutsche Zeitung, jetzt, 12.09.2018, Interview von Lara Thiele)

Winnie M Li, »Nein«: Der Roman hat 448 Seiten, kostet € 22,- und ist im Arche Verlag erschienen.
ISBN 978-3-7160-2771-4

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Für alle Liebhaber des Krimi- und Thriller-Genres präsentiere ich drei spannende Neuerscheinungen aus diesem Herbst: »Slow Horses« von Mick Herron, »Das Auge von Hongkong« von Chan Ho-Kei und »Marlow« von Volker Kutscher.

Dieser Tipp auf meiner Liste der Bestseller Bücher 2018 ist der Agenten-Thriller »Slow Horses« von Mick Herron. Er bildet den Auftakt zu einer neuen Reihe, die in Großbritannien bereits ein großer Erfolg ist. Der rasante, mit lässiger Ironie erzählte Thriller mit überraschenden Wendungen und faszinierende Figuren hat sich beim Lesen als richtiger Pageturner entpuppt.

 

Slow Horses, Mick Herron

Im Slough House sind die abgehalfterten Agenten des Geheimdienstes MI5 untergebracht, die sogenannten Slow Horses. Als ein pakistanischer Jugendlicher entführt und mit dem Tod bedroht wird, wittern sie ihre Chance.    

Sie waren alle acht ehemalige Topspione. Bis sie »versagt« haben und auf das Abstellgleis abgeschoben wurden. Unter der Führung von Jackson Lamb besteht ihre Aufgabe jetzt darin, Müllsäcke zu durchsuchen und Telefongespräche abzuhören. Als eines Tages im Internet das Bild eines entführten Jugendlichen auftaucht, der öffentlich geköpft werden soll, wittern sie ihre Chance, wieder in den aktiven Dienst zurückzukehren. Der offiziellen Einschätzung, dass der Drahtzieher eine islamistische Terrorzelle sei, widerspricht Jackson Lamb vehement und versucht, mit seiner Mannschaft den Mord zu verhindern. Eine Konfrontation mit den Bossen des MI5 im Regents Park ist damit unausweichlich. Ein britischer Spionagethriller, der zugleich Auftakt einer hochspannenden Trilogie ist.

Acht Agenten, die aufgrund unterschiedlicher Vorfälle in Ungnade gefallen und nun im Innendienst ihr Dasein fristen – die Hauptfiguren in Herrons erstem Band der Jackson Lamb- Reihe haben so gar nichts mit den üblichen taffen Helden von Agententhrillern gemein. Doch genau das hat für mich den besonderen Reiz des Buchs ausgemach. Im Laufe der rasanten Geschichte entdeckt die Truppe von Losern unter der Führung ihres unleidlichen Chefs Jackson Lamb ihre alten Stärken wieder – von den arroganten Chefs des MI5 zu Unrecht belächelt wie sich am Ende zeigt. Ein fulminanter Auftakt – man darf sich schon auf den nächsten Band der Serie freuen.

Mick Herron, geboren 1963 in Newcastle-upon-Tyne, studierte Englische Literatur in Oxford, wo er auch lebt. Der Autor der in London spielenden Jackson-Lamb-Serie – von Kritikern auch gerne als der neuen John le Carré oder Graham Green tituliert – wurde vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem »CWA Gold Dagger for Best Crime Novel«, dem »Steel Dagger for Best Thriller« und dem »Ellery Queen Readers Award«.

»Slow Horses« umfasst 480 Seiten und kostet € 24,-, erschienen ist das Buch bei Diogenes.
ISBN 978-3-257-07018-7

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Der nächste Krimi unter meinen Tipps für Bestseller Bücher ist »Das Auge von Hongkong« von Chan Ho-Kei. Ein außergewöhnlicher Kriminalroman, in dem die sechs spektakulärsten Kriminalfälle von Inspector Kwan mit der faszinierenden Geschichte Hongkongs seit den späten 60er-Jahren verwoben werden.

 

Das Auge von Hongkong, Chan Ho-Kei

Sie nennen ihn das Auge von Hongkong und keiner von Inspector Kwans Fällen ist je ungelöst geblieben. »Ein atemberaubender Kriminalroman, der auch die Geschichte einer erstaunlichen Stadt erzählt.« (Publishers Weekly)

Ein gnadenloser Unternehmer, der mit einer Harpune ermordet wird, die Überführung eines der mächtigsten Bosse organisierter Kriminalität, die Flucht eines Schwerverbrechers aus dem Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses – selbst die kniffligsten Fälle löst der Sherlock Holmes von Hongkong mit Bravour. Dabei kann er auf Verfolgungsjagden und gefährliche Schießereien meist verzichten, denn das Instrument seiner Überführung braucht Ruhe und Gelassenheit, um zu funktionieren: Inspector Kwan löst seine Fälle vor allem mit dem Verstand. Und das in bewundernswerter Weise. Denn ganz gleich, ob es sich um Kwans letzten Tag im Dienst oder seine letzten Lebenstage handelt: Das Auge von Hongkong ist immer wachsam … »Absolut packend!« (Kirkus Reviews)

Der gelungene Debutoman des bei uns noch unbekannten Autors hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann geschlagen und ist deshalb auf meiner Liste der Bestseller Bücher gelandet. Seine symphytische Hauptfigur, der Ermittler Kwan Chun-dok, wird wegen seiner ungewöhnlichen Auffassungs- und Kombinationsgabe respektvoll »Das Auge von Hongkong« genannt. Am Ende seines Lebens schaut er zurück auf sechs spektakuläre Fälle, die er im Laufe seiner Karriere gelöst hat. Chan Ho-kei erzählt das Leben dieses Masterminds vor dem Hintergrund wichtiger politischer und gesellschaftlicher Umbrüche in Hongkong und zeichnet dabei ein faszinierendes Panorama einer außergewöhnlichen Stadt. Pures Lesevergnügen!

Geboren wurde Chan Ho-kei 1975 in Hongkong, der Stadt, die auch Schauplatz der Kriminalfälle in seinem Roman ist. Dort lebt er bis heute. Bevor er als Autor tätig wurde, hat Chan Ho-kei als Programmierer, Computerspiele-Entwickler und Manga-Lektor gearbeitet. Für seine Short Storys wurde er mit dem» Mystery Writers of Taiwan Award« ausgezeichnet, für seinen ersten Roman gewann er den wichtigsten chinesischen Krimi-Preis. »Das Auge von Hongkong«, das als sein Meisterwerk gilt, wurde von dem bekannten Regisseur Wong Kar-wai verfilmt und erscheint in zehn Ländern, darunter USA und Großbritannien, Frankreich, die Niederlande und Italien

»Das Auge von Hongkong« umfasst 508 Seiten und kostet € 24,-, erschienen ist das Buch bei Atrium.
ISBN 978-3-85535-028-5

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Last but not least auf meiner Liste der Bestseller Bücher 2018 steht »Marlow« von Volker Kutscher. Seine Hauptfigur Gereon Rath und der zeitgeschichtliche Hintergrund, vor dem der Kriminaler seine Fälle löst, machen für mich Volker Kutschers Romane zu einer der interessanteste Kriminalserien der letzten Jahre.

 

Marlow, Volker Kutscher

Berlin im Sommer 1935: Was hat Hermann Göring mit dem tödlichen Verkehrsunfall zu tun, in dem Gereon Rath ermittelt? Der neue Krimi von Bestsellerautor Volker Kutscher – unterhaltsam, vielschichtig, atemberaubend!

In der Familie Rath geht jeder seiner Wege. Während Pflegesohn Fritz mit der Hitlerjugend zum Nürnberger Reichsparteitag fährt und Ehefrau Charly sich als Anwaltsgehilfin und Privatdetektivin durchschlägt, bearbeitet der kürzlich zum Oberkommissar beförderte Gereon Rath Todesfälle, die sonst niemand haben will. Bis die Akte eines tödlichen Verkehrsunfalls auf seinem Schreibtisch landet. Als er von dem Fall abgezogen wird, dämmert es Rath, dass es um mehr als nur einen Verkehrstoten geht. Was hat Hermann Göring mit dem Unfall zu tun und was steht in den geheimen Akten? Als auch noch der Unterweltkönig ­Johann Marlow auf der Bildfläche erscheint, ist Gereon Raths Jagd­instinkt endgültig geweckt. »Volker Kutscher versteht es, Zeit­ge­schich­te mit spannender Dramaturgie zu vereinen.« (FAZ)

Wie viele Fans von Volker Kutschers Kriminalromanen, habe ich voller Vorfreude auf den nächsten, den siebten Fall von Oberkommissar Gereon Rath gewartet. Er findet in einem Deutschland statt, in dem die Zustände immer dunkler und enger werden. Volker Kutscher versteht es meisterhaft, die Atmosphäre dieser Zeit, das Gefühl einer unter der Oberfläche der Normalität lauernden Bedrohung für die Leser erlebbar zu machen. Während Oberkommissar Rath versucht, unterm Radar der Nazis zu bleiben, begibt sich sein alter Widersacher Johann Marlow, einer der ehemals Großen der Berliner Unterwelt, in Schulterschluss mit dem neuen Regime. Ein packendes Buch, dass ich kaum aus der Hand legen konnte.

Volker Kutscher wurde 1962 geboren. Nach einem Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte war er zunächst als Tageszeitungsredakteur und Drehbuchautor tätig.

Mit seinem Debutroman »Der nasse Fisch« im Jahr 2007 gelang ihm auf Anhieb ein Bestseller. Dem Auftakt seiner Krimiserie um Kommissar Gereon Rath im Berlin der Dreißigerjahre folgten bisher fünf weitere Romane. Die Reihe ist die Vorlage für die internationale Fernsehproduktion »Babylon Berlin«, deren erste zwei im Oktober 2018 in der ARD zu sehen waren. Volker Kutscher lebt als freier Autor in Köln.

»Marlow« umfasst 528 Seiten und kostet € 24,-, erschienen ist das Buch bei Piper.
ISBN 978-3-492-05594-9

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Die Tage werden kürzer, die beste Zeit für Jung und Alt sich mit einem guten Buch aufs Sofa zu kuscheln. Diesmal stelle ich drei herausragende Kinder- bzw. Jugendbücher unter den Neuerscheinungen dieses Herbstes vor: »Edison. Das Rätsel des verlorenen Mauseschatzes« von Torben Kuhlmann für Kinder ab 5 Jahre, »Onkel Stan und Dan und das fast ganz ungeplante Abenteuer« von A.L. Kennedy für Kinder ab 9 Jahre und »Spiel der Macht«, der erste Band der neuen Fantasy-Trilogie »Die Schatten von Valoria« von Marie Rutkoski für Jugendliche ab 14 Jahre.    

Die erste auf meiner Liste der Bestseller Bücher 2018 ist das Kinderbuch »Edison. Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes« von Torben Kuhlmann. Das spannende neue Mäuseabenteuer führt diesmal tief auf den Meeresgrund. Torben Kuhlmann hat die Schatzsuche eines jungen Mäuserichs und seines Professors mit großer Liebe zum Detail und atemberaubenden Bildern zum Leben erweckt. Ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage: Nicht nur Kinder werden dieses Buch lieben!

 

Edison. Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes, Torben Kuhlmann

Nach Torben Kuhlmanns großartigen Bilderbüchern »Lindbergh« und »Armstrong« erscheint nun sein drittes Mäuseabenteuer. Auf der Suche nach einem Schatz tauchen zwei Mäuse bis auf den Grund des Atlantiks.

Der junge Mäuserich Pete erfährt dank einer uralten Tagebuchnotiz eines Urahnen von einem rätselhaften Schatz, der auf dem Meeresgrund verschollen sein soll. Das Schiff, auf dem dieser sich befand, muss auf dem Weg nach Amerika in Seenot geraten und untergegangen sein. Mit Unterstützung seines Mäuseprofessors lässt Pete nichts unversucht, um den Schatz zu bergen. Das ist der Beginn eines großen Abenteuers, in dem die beiden unerschrockenen Mäuse eine bahnbrechende Entdeckung machen. Eine, die etwas mit der allerersten Glühbirne zu tun hat. Auf den letzten Seiten erfahren wir mehr über die Erfindung des elektrischen Lichts und Thomas Edison. Wieder einmal verknüpft Kuhlmann gekonnt eine spannend erzählte Geschichte mit hinreißenden Illustrationen.

Wie schon seine beiden vorhergehenden Bücher über Pioniere der Mäuseluftfahrt und der Mäuseraumfahrt, ist auch Torben Kuhlmanns drittes Mäuseabenteuer »Edison« eine hinreißende Mischung aus Erfindergeist und Abenteuerlust. In liebevoll gezeichneten Detailansichten und bezaubernden doppelseitigen Aquarellen erzählt der geniale Illustrator von einer aufregenden Schatzsuche in einem Unterwassergefährt. Doch bis die beiden Mäuse auf große Tiefseefahrt gehen können, bedarf es einiger Nachforschungen und jede Menge technischer Tüfteleien. Ein sehr empfehlenswertes Buch zum Staunen und Entdecken, das großen und kleinen Leserinnen und Lesern ganz nebenbei die Wunder von Wissenschaft und Technik nahebringt.

Torben Kuhlmann wurde 1982 in der niedersächsischen Kleinstadt Sulingen geboren. Seine Begeisterung für das Zeichnen und Malen und auch für technische Geräte entdeckte er bereits in jungen Jahren. So zierten kleine Flugzeuge, kuriose Maschinen und dampfende Eisenbahnen schon damals seine Arbeitshefte. Nach dem Abitur und dem Zivildienst absolvierte er an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg den Studiengang Illustration und Kommunikationsdesign – mit Schwerpunkt Buchillustration. Seine Abschlussarbeit, das Kinderbuch »Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus« wurde nach seiner Veröffentlichung international mehrfach ausgezeichnet und war für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2015 nominiert. Torben Kuhlmann lebt und arbeitet in Hamburg.

»Edison. Das Rätsel des verlorenen Mauseschatzes« umfasst 112 Seiten und kostet € 22,-, erschienen ist das Buch bei NordSüd.
ISBN  978-3-314-10447-3

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Mein nächster Tipp Bestseller Bücher 2018 ist das Kinderbuch »Onkel Stan und Dan und das fast ganz ungeplante Abenteuer« von A. L. Kennedy. Eine geistreiche und in der Tradition britischer Kinderbücher bitterböse und abgedrehte Abenteuergeschichte, die einem vor lauter Lachen die Tränen in die Augen treibt.

 

Onkel Stan und Dan und das fast ganz ungeplante Abenteuer, A.L. Kennedy

Nicht nur Dan, der Dachs, muss gerettet werden. Auch die vier depressivsten Lamas aller Zeiten brauchen Hilfe. Zum Glück ist Onkel Stan zur Stelle! Eine herrlich skurrile Geschichte, fantastisch erzählt und illustriert.

Dan hat Angst. Der kleine Dachs möchte nur noch nach Hause, eine Tasse Schokolade trinken und sich im Bett verkriechen. Stattdessen steckt er kopfüber in einem Sack. Zwei richtig fiese alte Schwestern, Martha und Esther McGloone, haben ihn entführt. Und nun soll er auch noch ganz allein gegen drei grauenhafte Hunde boxen. Den vier Lamas auf dem Hof von Farmer McGloone, die sich nach ihrer Heimat Peru sehnen, geht es auch nicht viel besser. Marthas und Esthers ätzender Bruder will sie zu Pastete verarbeiten. Zum Glück ist Onkel Dans Lieblingsbeschäftigung das Retten. Genau der richtige Mann also, um allen aus der Patsche zu helfen. Er schmiedet einen Rettungsplan … Eine sehr lustige und unglaublich verrückte Geschichte, die schlimm anfängt, aber gut endet

Wer Roald Dahls Bücher mag, der wird das Buch von A.L. Kennedy lieben. Die Autorin hat die Geschichte einst für ihre Patenkinder geschrieben, die Söhne der Schauspielerin Tilda Swinton. Beim Lesen bzw. Vorlesen des Buchs kann man sich herrlich gruseln, denn die Bösewichter, schrullige, gemeine Fieslinge, sind A.L. Kennedy richtig gut gelungen. Und so vergießt man am Ende der Geschichte auch keine Träne, wenn sie ihre verdiente Strafe ereilt und die Tiere in letzter Minute gerettet werden. Nicht nur der Sprach- und Wortwitz der verrückten Abenteuergeschichte hat mich begeistert, auch die kongenialen Illustrationen von Gemma Corell tragen beträchtlich zum Lesevergnügen bei. Ein fantasievolles, witziges Buch über Tapferkeit und Freundschaft, das dazu anregt über Rechte von Tieren nachzudenken.

L. Kennedy wurde 1965 im schottischen Dundee geboren. Sie studierte an der Universität von Warwick, wo sie heute kreatives Schreiben unterrichtet. Bereits ihr im Jahr 2001 erschienener Debutroman »Einladung zum Tanz« machte sie bekannt. Seither wurde sie mit zahlreichen wichtigen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter dem Somerset Maugham Award und dem Heine-Preis. »Onkel Stan und Dan und das fast ganz ungeplante Abenteuer« ist ihr erstes Buch für Kinder. Die Autorin, die in London lebt, zählt heute zu den wichtigsten zeitgenössischen Autorinnen.

»Onkel Stan und Dan und das fast ganz ungeplante Abenteuer« umfasst 192 Seiten und kostet € 14,95,-, erschienen ist das Buch bei Orell Füssli.
ISBN 978-3-280-03575-7

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Das dritte Buch auf meiner Liste Bestseller Bücher 2018 ist der fulminante Auftakt der neuen Fantasie-Trilogie »Die Schatten von Valoria« von Marie Rutkoski. Der erste Band »Spiel der Macht« erzählt eine unmögliche Liebesgeschichte voller tödlicher Machtkämpfe, bei denen alles auf dem Spiel steht und es heißt, den Kopf zu behalten oder das Herz zu verlieren.

 

Die Schatten von Valoria.
Band 1: Spiel der Macht, Marie Rutkoski

Wenn Liebe mit Ehre und Macht ringt, wer wird da gewinnen? Kestrel und Arin spielen ein gefährliches Spiel, beide müssen große Opfer bringen. Diese Fantasy-Trilogie beginnt mit einem furiosen ersten Band und macht süchtig …

Kestrel weiß, dass ihre ruhigen Tage gezählt sind. Ihr Vater, der General von Valoria, besteht darauf, dass sie sich im Frühjahr zwischen einer Ausbildung in der Armee und einer Heirat entscheidet, obwohl sie erst 17 ist. Kestrel ist eine große Strategin, aber das Kämpfen liegt ihr überhaupt nicht. Was sie liebt, ist das Klavier ihrer verstorbenen Mutter. Als auf dem Sklavenmarkt ein junger Herrani versteigert wird, von dem es heißt, dass er singen und schmieden kann, kauft Kestrel ihn aus einer Laune heraus für viel zu viele Silberlinge. Arin scheint gebildet zu sein, und obwohl er sich kühl und ablehnend gibt, rührt er etwas in Kestrels Herzen an. In seinem aber trägt er ein bitteres Geheimnis. Eine überwältigende Geschichte! »Atemberaubend, tragisch und wahrhaftig.« (Kirkus Reviews)

Tochter des Eroberers und unterjochter Sklave – im Spiel der Macht stehen Kestrel und Arin auf gegnerischen Seiten. Hat die Liebe zwischen zwei Menschen, die verfeindeten Völkern angehören, überhaupt eine Chance? Vor dieser Frage stehen Kestrel und Arin, denn um zusammen zu sein, müssen sie ihr Volk verraten, doch um ihrem Land gegenüber loyal zu bleiben, müssen sie ihre Liebe verraten. Ein romantischer, mitreißender und brillant erzählter Jugendroman, der Lust auf Fortsetzung macht. Gut, dass der zweite Band nicht allzu lange auf sich warten lässt!

Marie Rutkoski wuchs als das älteste von vier Kindern in Bolingbrook auf, einem Vorort von Chicago. Bereits in jungen Jahren stellte sie fest, dass sie Bücher liebt. Später besuchte sie die Universität von Iowa und lebte eine Zeitlang in Moskau und Prag, bevor sie an der Harvard Universität Shakespeare studierte. Heute ist die Bestsellerautorin der New York Times, die Romane für Kinder und junge Erwachsene schreibt, Professorin für Englische Literatur am Brooklyn College, wo sie Renaissance-Drama, Kinderliteratur und Romane unterrichtet. Ihr Zuhause ist New York.

»Die Schatten von Valoria. Band 1: Spiel der Macht« umfasst 368 Seiten und kostet € 19,99, erschienen ist das Buch bei Carlsen.
ISBN 978-3-551-58388-8

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